Vera Isler zeigt Künstler-Porträts im
Museum Tinguely
31.01.12 15:40 Abgelegt
in:
Kunst und
Kultur

Vera
Isler begann ihre Karriere als professionelle Fotografin spät und
autodidaktisch. Kein Zweifel, dass ihr Lebenserfahrung und kreative
Unvoreingenommenheit zustatten kamen, als sie begann, Künstlerinnen
und Künstler zu porträtieren Unter dem Titel «Face to Face II»
zeugen vom 1. Februar bis 6. Mai 2012 im Museum Tinguely in Basel
54 hervorragende Beispiele von Islers erstaunlicher Fähigkeit,
gleichzeitig mit Spontaneität und Aufgeschlossenheit auf fremde
Menschen zuzugehen und respektvoll Distanz zu wahren. Ihre
Begegnungen mit den Künstlerinnen und Künstlern im Atelier oder in
einer Ausstellung, versichert Vera Isler, seien meist von kurzer
Dauer gewesen. So blieb keine Zeit zum Posieren. Technisch verliess
sich die Fotografin ausschliesslich auf ihre Kamera. Auf
Hilfsmittel, welche die Begegnung hätten stören können, verzichtete
sie, und Fremde waren beim Rendezvous erst recht nicht erwünscht.
Der Blickwinkel war immer derselbe: Face to Face, von Angesicht zu
Angesicht. Die fast lebensgrossen, durchwegs schwarz-weissen
Porträts, die in der von Andres Pardey kuratierten Schau zu sehen
sind, bestechen durch ihre Präsenz. Die dicht gereihte Hängung
zwingt die Betrachtenden zur Konzentration auf den einzeln
abgebildeten Menschen.
Zur
Ausstellung, die 2011 auch im Museum der Moderne in Salzburg zu
sehen war, erschien ein Katalog mit Texten von Jean-Christophe
Ammann und Margit Zuckriegl. Vera Isler: Face to Face II. Weitra
2011 (Verlag Bibliothek der Provinz) 96 Seiten, CHF 22.00. Die
polnischen Filmemacher Daria Kołacka und Piotr Dżumala porträtieren
die Künstlerin in dem Film «Vera Isler – Einen Augenblitz,
bitte». Eine ausführliche Besprechung
der Ausstellung und des Katalogs steht hier.
Tags:Vera Isler, Museum Tinguely, Andres Pardey, Face to face II, Jean-Christophe Ammann,
Margit Zuckriegl, Daria Kołacka, Piotr Dżumala