Action Painting: Grosse Gesten des
gelenkten Zufalls
25.01.08 15:04 Abgelegt
in:
Kunst und Kultur

Wie macht man eine Kunstrichtung (erneut/erstmals) populär, die das
gesunde Volksempfinden im besten Fall für geschäftstüchtige
Schmiererei und im schlimmsten für Affentheater hält? Ganz einfach:
Man macht, wie derzeit die Fondation Beyeler in Riehen, eine
grosse, die Definitionsgrenzen sprengende Ausstellung; man führt
vor, dass der Begriff Action Painting zwar einige handwerkliche
Phänomene der Nachkriegskunst genau beschreibt, andere – die zu
diesem Malstil gehören – dagegen gar nicht; und man gibt dem
Publikum durch die Auswahl einer grossen Zahl – im konkreten Fall
über 100 – erstklassiger Kunstwerke Gelegenheit, sich selbst ein
neues Bild von den wunderbaren Leistungen dieser «Kleckser» und
«Schmierer»zu machen. Kurator Wulf Küster inszenierte seine
umfassende, auf eine Neubewertung der Nachkriegskunst zielende
Schau zwar rund um den begnadeten Selbstdarsteller Jackson Pollock,
machte dabei aber deutlich, dass vor, neben und nach ihm eine
grosse Zahl von Künstlerinnen und Künstlern, sowohl in Amerika als
auch in Europa, für sich die gestische Malerei als Mittel
entdeckten, um mit dem Horror des Jahrhunderts umzugehen – der in
den Biografien vieler von ihnen tiefe Spuren hinterlassen hatte –
und einen neuen Anfang zu wagen.
Die Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen dauert vom 27.
Januar bis zum 12. Mai 2008
Eine ausführliche Besprechung der
Ausstellung gibt es hier.
Tags:Action Painting, Jackson Pollock, Fondation Beyeler,
Kunst der Nachkriegszeit