29.09.11 16:45 Abgelegt
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Kunst und Kultur

So breit und reichhaltig sind die Surrealisten bisher in der
Schweiz nie präsentiert worden, wie jetzt (vom 2. Oktober 2011 bis
zum 29. Januar 2012) in der Fondation Beyeler. Kurator Philippe
Büttner, der sich mit dieser fulminanten Schau von seiner
langjährigen Riehener Wirkungsstätte Richtung Zürcher Kunsthaus
verabschiedet, zeigt die ganze Fülle der von André Breton 1924
angestossenen multimedialen Kulturrevolution. Als sich die
Vorgänger-Bewegung Dadaismus in ihrem individualistischen Protest
erschöpfte, zielten die Neuerer auf die Veränderung der
Gesellschaft: Literatur und Bildende Künste sollten mit Hilfe des
Unbewussten die Kreativität befreien und ein modernes Lebensgefühl
entwickeln. Kurator Büttner legt seiner Ausstellung das Konzept
einer Schau zugrunde, die Breton, Eluard und Marcel Duchamp 1938 in
der Pariser Galerie des Beaux-Arts veranstaltet hatten. Sie nannten
Sie «La Ville surréaliste», weil sie um 13, von verschiedenen
Künstlern gestalteten Schaufensterpuppen gruppiert war, denen teils
erfundene, teils echte Strassennamen zugeordnet waren. Die Besucher
in Riehen werden denselben Strassenschildern begegnen, die je einem
der 14 Räume zugeordnet sind. Es ist verdienstvoll, dass sich der
Ausstellungsmacher nicht darauf beschränkte, herausragende Werke
der bekanntesten Surrealisten darzubieten, sondern sich bemüht,
einen Eindruck von der Breite der Bewegung zu vermitteln. Zwischen
Gemälden und Skulpturen der «Bande à Breton» – herausragend:
«Capricorne» von Max Ernst zum Auftakt im Foyer, «Peinture» von
Joan Miró und «Judith» von Francis Picabia – sind zahlreiche Werke
von Künstlern zu entdecken, die heute weniger bekannt sind. Das
gilt in besonderem Mass für Hans Bellmer, dessen «Poupée» zu Recht
als «vielleicht bedeutendstes surrealistisches Objekt» bezeichnet
wird. Aber auch für den Basler Kurt Seilgman (1900 - 1962), der
1939 in die USA emigrierte und dort bekannter ist als in seiner
Heimat. 1950 malte er ein Fasnachtsbild in surrealistischer Manier.
Eine ausführliche Besprechung der Ausstellung und des Katalogs ist
hier zu finden.
Tags:Surrealismus, Salvador
Dalí, André Breton, René Magritte, Joan Miró,
Jean Appolinaire, Sigmund Freud, Marcel
Duchamp, Paul Eluard, Man Ray, Meret Oppenheim, Max Morise,
Dora
Maar, Paul Klee, Alberto Giacometti, Gisèle
Freund, Valentine Hugo, Paul Delvaux, Oscar
Dominguez, Marcel Duchamp, Giorgio de Chirico, Jean Arp, Victor Brauner, Hans
Bellmer, René Char, Marie-Berthe Aurenche,
Richard Oelze, Raoul Ubac, Niklaus Stöcklin, Pablo Picasso, Yves
Tanguy, Francis Picabia, Wolfgang Paalen, Marcel Jean, Germaine Hugnet, Eli Lotar, André
Masson, André Kertész, Georges
Gugnet, Peggy Guggenheim, Simone
Collnet, Philippe Büttner