Kunstmaschinen und Maschinenkunst
04.03.08 15:30 Abgelegt
in:
Kunst und Kultur

Als Jean Tinguely 1959 seine ersten Zeichen-Maschinen bastelte – er
nannte sie «Méta-Matics» – da tat er das, im Einklang mit seinen
aufmüpfigen Freunden aus der Bewegung der Nouveaux Réalistes, um
den Genie-Kult der gestischen Maler vom Schlage Jackson Pollocks ad
absurdum zu führen. Das Museum Tinguely in Basel setzt damit (in
seiner (gemeinsam mit der Schirn Kunsthalle konzipierten) Schau
«Kunstmaschinen Maschinenkunst»vom 5. März bis zum 29. Juni 2008
einen ironischen Kontrapunkt zu der bis zum 12. Mai laufenden
umfassenden Schau «Action Painting» in der Fondation Beyeler und
ermöglicht gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit der Frage, wo
die wahre Kunst beginnt. Ist zum Beispiel jeder, der sich vom
reichhaltigen Angebot auf Damien Hirsts Malmaschinen-Installation
«Making Beautiful Drawings» bedient und eine Malkreide auf das
rotierende Zeichenblatt hält oder es mit Farbe betropft, ein
kleiner Pollock oder Picasso? Und wie steht es mit den Maschinen
von Antoine Zgraggen, die unseren Zivilisationsmüll zertrümmern?
Sind sie Kunst? Oder erzeugen sie welche? Die Kuratorin Katharina
Dohm und der Kurator Franz Stahlhut wollen es ausdrücklich den
Ausstellungsbesuchern überlassen, die Frage für sich zu
beantworten. Mehr noch als die intellektuelle Herausforderung wird
die Möglichkeit des Publikums, einmal aktiv Kunstbetrieb zu machen,
der Ausstellung hoffentlich gewaltigen Zulauf verschaffen.
Hier steht
die ausführliche Besprechung als PDF zur Verfügung.
Tags:Maschinenkunst, gelenkte Kreativität, Kunst für alle