Kunst in Fesseln
09.06.10 16:29 Abgelegt
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Kunst und Kultur

Schon
als Kunststudent begann der Amerikaner Matthew Barney (*1967) mit
allerlei Geräten zu experimentieren, die ihn beim Zeichnen
behindern konnten. Zuerst waren es elastische Seile und Gewichte,
die der athletische Football-Spieler vom Training her kannte.
Später ging er zu Versuchsanordnungen über, die auch psychischen
Stress verursachten. So entstanden 16 Performances, die der
Künstler unter dem Titel «Drawing Restraint» zusammenfasste und
seine Überzeugung illustrierte, dass «Form nur Gestalt annimmt,
wenn sie gegen Widerstand kämpft». Weil die Laurenz-Stiftung,
zusammen mit dem Museum of Modern Art in New York Matthew Barneys
Archiv der «Drawing Restraint»-Reihe erworben hat, ergab sich die
Möglichkeit, die Werke vom 12. Juni bis zum 3. Oktober 2010 im
Schaulager in Münchenstein erstmals vollständig öffentlich zu
präsentieren. Der Kurator der Ausstellung, Neville Wakefield,
ergänzte Barneys Objekte und Filmprojektionen mit Kunstwerken aus
der nördlichen Renaissance, in der Überzeugung, dass in Gemälden,
Stichen und Zeichnungen aus dem 16. und 17. Jahrhundert ähnliche
Aspekte – Kraftanstrengung, Überwindung von Widerständen, Verlust
des Gleichgewichts, Aufsteigen und Fallen – zu finden sind. Eigens
für die Ausstellung gestaltete Matthew Barney einen «Drawing
Restraint 17» genannten Film, in der sich eine junge Frau gegen
Widerstände abmüht. Der Film ist auf den Projektionswänden an der
Fassade des Schaulager-Gebäudes zu sehen. Eine Besprechung
steht hier.
Tags:Matthew Barney, Neville Wakefield, Adam Philips, Houdini, Schaulager Münchenstein
Roboterträume
08.06.10 15:42 Abgelegt
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Kunst und Kultur

Ob
und, wenn ja, was Roboter träumen, will die Ausstellung
«Roboterträume» im Museum Tinguely in Basel vom 9. Juni bis 12.
September 2010 nicht zeigen. Auch Isaac Asimovs titelgebende
Kurzgeschichte vom Roboter, der dem Menschen ebenbürtig wird, will
die Schau nicht illustrieren. Vielmehr versammelt das von Roland
Wetzel und Andres Pardey in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Graz
(Intendant: Peter Pakesch) gestaltete Panoptikum eine Vielfalt
künstlerischer Interventionen am Übergang zur Automaten-Technik.
Oft bleibt offen, wo die künstlerische Inspiration beginnt und die
technische Innovation endet. Es sind sowohl bekannte Installationen
zu sehen – darunter zum Auftakt der «Andy Warhol Robot» von Nam
June Paik (Bild) und ein Fünf-Minuten-Medley aus klassischen
Roboterfilmen – als auch eigens für die Ausstellung geschaffene
Arbeiten jüngerer Künstlerinnen und Künstler. Und wie üblich bei
Gruppen-Präsentationen von Auftragsarbeiten ist die Relevanz dieser
Kunstwerke sehr unterschiedlich. Dem Katalog ist es vorbehalten,
wichtige historische Bezüge nachzuzeichnen, die in der Ausstellung
zu kurz kommen – insbesondere die lange Tradition der Automaten und
Maschinenmenschen. Die ausführliche Besprechung steht
hier.
Tags:Jon Kessler, Sibylle
Hauert, Luc Mattenberger, Nam June
Paik, Niki Passath, Sibylle Hauert, Thomas
Baumann, Daniel Reichmuth, John Bock